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Resolution auf dem 33. Evangelischen Kirchentag in Dresden, 01.-05.06.2011 zum Thema Organspende, Transplantation und Hirntod

Hinweis 20.06.11: Da der Kirchentag vorbei ist, ist eine Unterstützung derzeit nicht mehr möglich. Wir bereiten aber eine andere Unterstützungsmöglichkeit vor! Mehr dazu demnächst hier.

Bitte unterstützen Sie die folgende Resolution, die wir auf dem 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden eingebracht haben.

Wenn Sie dort teilnehmen und sich registrieren lassen, können Sie auch im Internet unterschreiben; dann wird Ihre Unterschrift mitgezählt für eine vom Kirchentag offiziell verschickte Resolution. Dazu brauchen wir 3000 Unterschriften von Teilnehmern des Kirchentages - entweder persönlich am Stand oder online unter www.kirchentag.de

Resolution auf dem Kirchentag in Dresden, 01.-05.06.2011

Das Ziel unserer Arbeit ist es, der einseitigen Werbung für die Organspende kritische Informationen entgegenzusetzen. Wir wollen dadurch eine Diskussion in der Gesellschaft vorantreiben, mit Medizinern, Vertretern der Kirchen und der politischen Parteien. Die Menschen benötigen umfassende Informationen, die sie fähig machen, sich eine fundierte Meinung zu bilden. Nur dann sind sie in der Lage, eine tragfähige Aussage dazu zu treffen, ob sie Organe geben wollen oder nicht.

Die Unterstützerinnen und Unterstützer dieser Resolution fordern

von der Transplantationsmedizin:

  • anzuerkennen, dass der Hirntod keine wissenschaftliche, sondern eine juristische Definition ist, um straffrei Organe entnehmen zu können
  • zuzugeben, dass die Behauptung, ein hirntoter Mensch sei eine Leiche, schon seit Jahren weltweit als falsch erkannt wurde, inzwischen auch von einstigen Befürwortern
  • offen den Erfolg oder Misserfolg der Transplantationen darzulegen

von der evangelischen und der katholischen Kirche:

  • den Patienten im Hirnversagen die gleiche Zuwendung zu geben wie anderen Sterbenden
  • keine Nützlichkeitserwägungen zu unterstützen

von der Bundesregierung und den im Bundestag vertretenen Parteien:

  • von Gesetzes wegen nur Organentnahmen zuzulassen, wenn eine persönliche Einwilligungserklärung vorliegt (enge Zustimmungslösung). Das würde es den Organempfängern auch erleichtern, die transplantierten Organe anzunehmen
  • jeden Versuch zu bekämpfen, menschliches Leben als Verfügungsmasse zu behandeln

von uns allen:

  • sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinander zu setzen und sich zu fragen, ob man Lebensverlängerung um jeden Preis akzeptiert - denn auch bei bewusster Zustimmung des Organgebers muss man auf das Unglück dieses anderen Menschen warten

Wer wir sind:

KAO e.V. wurde gegründet von Angehörigen, die im Schock ein Kind zur Organspende freigegeben haben. Im Nachhinein haben wir begriffen, dass unsere Kinder zwar als "hirntot" definiert wurden, dass sie aber keine Toten, sondern Sterbende waren. Weitere Angehörige haben sich uns angeschlossen und Menschen, die beruflich mit dem Thema konfrontiert sind oder die der Transplantationsmedizin aus anderen Gründen kritisch gegenüber stehen.

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